Im Folgenden ein Ausschnitt des Buches

In einer lakota Gesellschaft richtet sich die Form der Begrüßung nach ihrer verwandschaftlichen Beziehung zueinander. Existiert zwischen zwei Menschen keine Blutsverwandschaft, oder treffen sie sich zum ersten Mal und wissen nicht, ob und wie sie miteinander verwandt sind, so werden sie sich mit Cousin oder Cousine anreden sowie die dazu gehörenden geschlechtlichen Endungen verwenden. Im Laufe des Gesprächs finden sie dann heraus, ob und wie sie miteinander verwandt sind. Dann können sie die richtigen Anredungen und Endungen benutzen.

"Hau" bedeutet "hallo" sowie "ja" für den Mann. So sagt der Mann zur Begrüßung eines anderen Menschen: "Hau", gefolgt von einer verwandschaftlichen Anrede. Vor langer Zeit begrüßten sich Männer, die der selben Kriegergemeinschaft angehörten, mit: "Hau, Kola", denn " Kola" bedeutet, dass man für den anderen sterben würde. " Kola " ist ein Begriff, den man nur für ganz besondere Freunde verwendet.

"Han" bedeutet "hallo" sowie "ja" für Frauen. Frauen begrüßen sich oftmals zunächst mit einer passenden verwandschaftlichen Anrede, wie "Cuwe" (ihre ältere Schwester), gefolgt von "Lila tayan wacin yanke" (es ist sehr schön, dich zu sehen); oder mit anderen Worten, die ähnliche Gefühle und Zuneigung ausdrücken. Die von einer Frau ausgehende Begrüßung ist oftmals emotionaler und wärmer, als die von Männern. "Maske" ist der Begriff der Frauen für eine ganz besondere Freundin.

In einer Unterhaltung zwischen Lakota wird der Mann sie mit dem Wort "Hau" beginnen. Obwohl das Wort "Han" für Frauen "ja" oder "hallo" bedeutet, wird sie niemals eine Unterhaltung damit beginnen. Wurde sie als erste gegrüßt, dann antwortet sie jedoch u.U. mit dem Wort " Han". Grüßt sie aber zuerst, dann wird sie einen anderen Begriff verwenden, als " Han". Stattdessen beginnt sie die Konversation mit einer passenden Anrede, je nachdem, wie sie zu ihrem/ihrer Unterhaltungspartner/in verwandschaftlich in Beziehung steht (oder sie nennt die Person beim Namen). Dann könnte sie fortfahren mit: " Lila tanyan wacin yanke ", was bedeutet: "Es ist wirklich schön, dich zu sehen (treffen)". Antwortet sie aber als Person 2, also als Erstgegrüßte, dann möge sie dies tun mit z.B.: Han, mis eya", was bedeutet: "Ja, ich (freue) mich auch". Oder sie antwortet ganz einfach mit "Han", was immer dann richtig ist, wenn sie zuerst gegrüßt wurde.

Wie bereits zuvor erwähnt, rufen sie zwei Personen, die ihre verwandschaftliche Beziehung zueinander nicht kennen, zunächst mit "Cousin/e".

Die Dialoge in diesem Buch sind üblicherweise für zwei Personen geschrieben. Einer spricht dann die Person 1, der Gesprächspartner die Person 2. Manchmal findet sich ein "/" zwischen zwei Wörtern, wie zum Beispiel: "Hau/Han". Dabei ist das linksstehende Wort stets das von männlichen Personen verwendete und das rechtsstehende für weibliche.

Die deutsche Übersetzung der Lakota Sätze befindet sich in der rechten Spalte unter "Wasicuya". In diesem Dialog wird das von Männern gesprochene Wort für Cousine: "Hankasi" verwendet werden.

Bitte klicken Sie auf die Sätze in Lakota, um sie gesprochen zu hören und die richtige Aussprache zu erlernen.

LAKOTIYA:

WASICUYA:

(Cousin term), 
lila tanyan wacin yanke. Cousine, es ist schön, dich zu sehen.
Hau/Han, mis 
eya. Ja, ich (freue) mich auch.


Tokeske yaun he? Wie geht es dir?
Lila tanyan waun.  
Nis tok? Mir geht es gut. Und dir?


Mis eya.  Le 
anpetu waste. Mir auch. Heute ist ein guter (schöner) Tag.
Hau/Han.  Anpetu 
waste. Ja, Dies ist ein guter (schöner) Tag.


Wana mazaskanskan 
tonakca he? Wie spät ist es jetzt?
Wana mazaskanskan 
numpa. Es ist jetzt zwei Uhr.


Hau/Han, hinhani 
kin wacin yakin kte. Ok, ich sehe dich dann morgen.
Ohan, toksa ake. Ja, bis später.


LAKOTA SPRACH BUCH

Mit diesem Buch widmet sich David der Sprache der Lakota. Auf den dazugehörigen Internetseiten befinden sich Links, die zu von David gesprochenen Sound-Dateien führen. So kann man die korrekte Aussprache von einigen Textbeispielen anhören sowie einen Blick auf die von ihm entworfene Lakota Schreibweise werfen. Um diese Seiten zu besuchen, klicken Sie bitte auf das nebenstehende Buchcover.

Im August 2002 hat der Stammesrat der Cheyenne River Sioux Davids Lakota Sprachbuch zum offiziellen Sprachlehrbuch des Stammes ernannt. Seitdem wird in sämtlichen Schulen des Stammes sowie allen B.I.A.-Schulen innerhalb der Reservatsgrenzen aus diesem Buch unter Zuhilfenahme der begleitenden CDs gelehrt.

David lehrte viele Jahre selbst auf dem Reservat, sowohl an der High School, wie auch am College.

Um diese Sprache wirklich zu sprechen, muss man DURCH DIE AUGEN DER LAKOTA SEHEN.




david@malakota.com


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